Methoden der Datenanalyse



Woran arbeiten wir?

 

Unter Repräsentativität verstehen wir das Potential, von einer möglichst repräsentativen Teilmenge Rückschlüsse auf eine Grundgesamtheit schließen zu können, wobei bestimmte Elemente der Grundgesamtheit die gleiche Chance haben müssen, in die Teilmenge zu gelangen.

Hierzu orientieren wir uns an dem Leitbild der GIDAS-Datenbank und dessen Erhebungsmethodik, womit sich Rückschlüsse auf das deutsche Verkehrsunfallgeschehen ziehen lassen, indem ein Erhebungsteam nach einem Stichprobenplan eine „möglichst repräsentative Teilmenge aller polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle mit Personenschaden an zwei Erhebungsstandorten in Deutschland, unabhängig von der polizeilichen Zielsetzung, nach rein wissenschaftlichen Aspekten erheben und anonymisiert dokumentieren”. [Quelle: www.gidas.org]

Schlagwörter der Repräsentativität

GIDAS

Grundgesamtheit

Deutschland

Teilmenge

Erhebungsgebiete Dresden und Hannover (bis 2019)

Chance

Stichprobenplan

Unabhängig von der polizeilichen Zielsetzung, wird immer der zuletzt gemeldete Unfall innerhalb einer Schicht angefahren.

Trotz der möglichst repräsentativen Methodik zur Erhebung von Verkehrsunfällen innerhalb der GIDAS-Datenbank entstehen Verschiebungen gegenüber der amtlichen Verkehrsunfallstatistik des Statischen Bundesamtes. Um Verzerrungen gegenüber dem deutschen Unfallgeschehen zu beseitigen, werden die Daten der GIDAS-Datenbank üblicherweise vor einer deskriptiven Auswertung gewichtet.

Gründe für eine Verschiebung sind:

  • Aus gemeldeten Unfällen ohne Personenschaden können im Laufe der polizeilichen Erhebung und Bearbeitung zu Unfällen mit Personenschaden werden. Beispielsweise stellen sich die Beteiligten nach dem Unfall einem niedergelassenen Arzt vor, muss dieser die Polizei informieren, jedoch gelangt diese Information fast nie zur Unfallforschung. Hieraus ergibt sich ein geringerer Anteil an Unfällen mit leichten Verletzungen.
  • Die Unfallforschung ist auf die Zusammenarbeit mit der Polizei angewiesen. Es wird allerdings nicht jeder Verkehrsunfall mit Personenschaden gemeldet, selbst bei Systemen mit automatischer E-Mail-Benachrichtigung. Häufigster Grund für Nicht-Meldungen ist die unbekannte Verletzungsschwere im Führungslagezentrum. Tendenziell werden daher Unfälle mit schwerem Personenschaden bzw. tödlichem Ausgang häufiger gemeldet.

Die VUFO gewichtet die GIDAS-Datenbank üblicherweise nach folgenden Merkmalsträgern:

  • Ortslage
  • Unfalltyp (unfallauslösende Situation)
  • Verletzungsschwere gemäß amtlicher Definition.

Je nach Detailierungsgrad kann die Gewichtung auch auf weitere Merkmalsträger (bspw. Verkehrsbeteiligungsart) erweitert werden.

Die Gewichtung ist nicht nur für die GIDAS-Datenbank notwendig, sondern auch für andere nationale und internationale Unfalldatenquellen, die eine repräsentative Teilmenge zur Grundgesamtheit abbilden möchten. Mit dem Wissen über die Merkmalsträger, die sowohl in Teilmenge und in Grundgesamtheit enthalten sein sollten, kann die VUFO auch für diese Datenquellen Gewichtungen durchführen.

Die Basis für eine Hochrechnung zur Grundgesamtheit ist die Gewichtung des Datensatzes auf absolute Unfall- oder Verletztenzahlen.

Auf Grundlage der GIDAS-Datenbank bietet die VUFO aktuell folgende Hochrechnungen an:

  • GIDAS-Datenbank auf das deutsche Unfallgeschehen
  • GIDAS-Datenbank auf das europäische Unfallgeschehen auf Basis der CARE-Datenbank

Mit dem Wissen über notwendige Merkmalsträger von anderen nationalen oder internationalen Unfalldatenquellen, kann die VUFO auch für diese Datenquellen Hochrechnungen anbieten, bspw. für das europäische Unfallgeschehen.

Die Unfallanalytik ist eine Kernkompetenz der VUFO, in der sich auch der interdisziplinäre Ansatz der Unfallerhebung widerspiegelt. Das Ziel ist es, alle Arten von empirischen Daten rund um das Unfallgeschehen übersichtlich und nach kundenspezifischen Wunsch darzustellen. Hierfür beruht die deskriptive Analyse nicht nur auf der reinen Auswertung von Unfallstatistiken und -datenbanken, sondern auch

  • in der Beobachtung von Marktentwicklungen (bspw. Entwicklung des Fahrzeugbestandes),
  • in der Einbeziehung von infrastrukturellen Daten (bspw. Verkehrszahlungen),
  • im Abklären von medizinischen Aspekten,
  • in der Integration von anderen Datenquellen, die das Unfallgeschehen näher beschreiben lassen.

Neben der übersichtlichen Aufbereitung der Inhalte werden alle Ergebnisse nach wissenschaftlichen Aspekten in den Kontext der kundenspezifischen Aufgabenstellung erarbeitet.

Bei der Einzelfallanalyse handelt es sich um eine wissenschaftliche Begutachtung von einzelnen Unfällen nach vordefinierten Merkmalen, die in Absprache mit dem Auftraggeber festgelegt werden. Es kann somit auch ein sehr hoher Detailierungsgrad bedient werden.

Mit Hilfe dieser Methodik lassen sich zudem existierende Variablen aus der GIDAS-Datenbank auf Plausibilität prüfen und ggf. korrigieren, um die Qualität der deskriptiven Analyse noch weiter zu verbessern. Zum anderen können auch Kenngrößen aus dem (GIDAS-) Unfallgeschehen erschlossen werden, die noch nicht Bestandteil des aktuellen Variablensatzes sind.

Die Begutachtung von Einzelfällen schafft einen erweiterten Blickwinkel auf die Stichprobe und komplettiert somit die deskriptive Analyse.

Was bieten wir an?


Das Team der Datenanalyse unterstützt Sie gern bei

  • Anfragen im Bereich der deskriptiven Analyse
  • Informationsabfragen zu internationalen Unfalldatenbanken
  • Bewertungen der Repräsentativität
  • Gewichtungen und Hochrechnungen von Datenquellen
  • Anfragen zu Schulungs- / Weiterbildungsmaßnahmen im Umgang mit der GIDAS-Datenbank

In enger Abstimmung mit unseren Auftraggebern definieren wir gemeinsam das Ziel und die Rahmenbedingungen Ihrer Anfrage. Hierzu zeigen wir Ihnen gerne verschiedene Herangehensweisen und suchen gemeinsamen mit Ihnen nach der optimalen Lösung.

Nach Beauftragung begeben wir uns in die Bearbeitung und halten Sie in regelmäßigen Intervallen auf dem aktuellen Stand, wodurch Ihre Anliegen und Wünsche rechtzeitig einfließen und wir Ihnen ein optimales Ergebnis gewährleisten können. Die Ergebnisaufbereitung kann sowohl in Präsentationsform oder als wissenschaftlicher Bericht zur Verfügung gestellt werden.

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Benötigen Sie Unterstützung im Bereich der Datenanalyse? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage! Als Ansprechpartner steht Ihnen Thomas Unger gern zur Verfügung.