28.08.2019 07:49 Alter: 24 Tage
Kategorie: Standard-News, Sticky-News

20 Jahre German In-Depth Accident Study – 20 Jahre Verkehrsunfallforschung in Dresden

Am 11.07.2019 fand in Dresden unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer MdB das Festsymposium anlässlich des Jubiläums „20 Jahre GIDAS – Verkehrsunfallforschung in Dresden und Hannover“ statt.

Ein Anliegen der Veranstaltung war es, die in den vergangenen zwei Dekaden geleistete Arbeit zu würdigen und allen involvierten Partnern, Förderern und Mitarbeitern zu danken. Neben einem Rückblick auf die GIDAS-Historie und bisherigen Erkenntnissen wurde auch die Zukunft der Verkehrs- und Unfallforschung und ihre Bedeutung für den aktuellen Wandel im Bereich Mobilität und Verkehr thematisiert.

Etwa 100 Teilnehmer folgten der Einladung der VUFO, darunter Vetreter von Ministerien, Behörden, Forschungseinrichtungen, Verbänden sowie Partner aus der Automobilhersteller- und -zuliefererindustrie. Welchen Stellenwert Verkehrssicherheit und sichere Mobilität besitzt, belegt bereits der hochrangig und namhaft besetzte Kreis der Referenten.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Herrn Henrik Liers (Geschäftsführer der VUFO) und Herrn Dr. Bremer (Geschäftsführer der Dresden International University) eröffnete MDir Guido Zielke (Abteilungsleiter Straßenverkehr im Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur) das Symposium. Er gab einen Einblick in die vielfältigen Themen und Fragestellungen, mit denen sich das BMVI im Bereich der Verkehrssicherheit aktuell beschäftigt und stellte dar, inwiefern dabei Unfalldaten als unerlässliche Quelle für Erkenntnisse einbezogen werden.

Für die Automobilindustrie war kein geringerer als der Präsident des VDA (Verband der Automobilindustrie), Herr Bernhard Mattes, persönlich nach Dresden gekommen, um deren Sichtweise auf das Thema Verkehrssicherheit zu präsentieren. Er lobte die vorbildliche Kooperation zwischen öffentlichter Hand, privater Wirtschaft und interdisziplinärer Wissenschaft, unter der sich GIDAS zum weltweit führenden Unfallforschungsprojekt entwickelt hat. Neben einem Rückblick auf die Erfolge der vergangenen Verkehrssicherheitsarbeit ging Herr Mattes aber auch auf die Themen und Herausforderungen ein, die die Mobilität der Zukunft mit sich bringt: hohe Komplexität, Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Vernetzung, alternative Antriebe und neue Mobilitätsformen.

Referenten der ersten Session (v.l.) Horst Kretzschmar, Prof. Stefan Strick, MDir Guido Zielke, Henrik Liers, Prof. Horst Brunner, Bernhard Mattes, Dieter Scheunert, Prof. Andre Seeck (Quelle: VUFO GmbH)

Im Anschluss daran resümierte der Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Herr Prof. Stefan Strick die vergangenen 20 Jahre des GIDAS-Projektes aus Sicht seiner Institution, deren Vorarbeit und Initiative den Grundstein für die Gründung und den Erfolg des GIDAS-Projektes gelegt hat. Seine Kernbotschaft lautete, dass der weitere Rückgang (selbst die Stagnation) der Zahlen von Verkehrstoten immenser Anstrengungen bedarf und dafür repräsentative, interdisziplinäre und qualitativ hochwertige Unfalldaten wie die des GIDAS-Projektes notwendig sind.

Im vierten Keynote-Vortrag sprach der sächsische Landespolizeipräsident, Herr Horst Kretzschmar, über die Bedeutung von Verkehrssicherheitsarbeit aus Sicht der Polizei. Er lobte die über Jahre gewachsene Kooperation der Erhebungsteams mit den Behörden und sicherte der VUFO auch die zukünftige Unterstützung der sächsischen Polizei zu.

Die Session der Fachvorträge wurde mit einem aufschlussreichen Dialog zum Thema „Entwicklung der Verkehrsunfallforschung in Deutschland und Initiierung des GIDAS Projektes aus Sicht der Auftraggeber“ von Prof. Andre Seeck (Leiter Abteilung Fahrzeugtechnik, BASt) und Dieter Scheunert (Leiter Produktanalyse/ Produktsicherheit, Daimler AG) eröffnet. Neben interessanten Fakten zur Historie der Verkehrsunfallforschung in Deutschland waren die zentralen Bedürfnisse und Fragestellungen behördlicher und industrieller GIDAS-Partner Grundlage des Diskurses.

Im folgenden Vortragsblock stellten Andreas Georgi (Gruppenleiter Aktive/ Passive Sicherheit, Unfallforschung Robert Bosch GmbH) und Prof. Dr. Klaus-Dieter Schaser (Ärztlicher Direktor UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinik Dresden) ausgewählte Erkenntnisse und Errungenschaften aus fahrzeugtechnischer und unfallmedizinischer Perspektive der vergangenen beiden Dekaden dar.

Unter dem Titel „20 mal 365 Tage Forschung auf der Straße: Die GIDAS-Erhebungen aus dem Blickwinkel der Forschungsnehmer“ stellten die Leiter der beiden GIDAS-Erhebungsteams, Henrik Liers (VUFO Dresden) und Dr. Heiko Johannsen (Verkehrsunfallforschung der Medizinischen Hochschule Hannover) Meilensteine, aktuelle Herausforderungen und ausgewählte Statistiken aus dem Alltag der Unfallforschung dar.

Im letzten Teil der Veranstaltung präsentierten Prof. Klaus Kompass (Leiter Fahrzeugsicherheit, BMW Group), Marcus Wisch (BASt) und Prof. Dr. Günther Prokop (Professur für Kraftfahrzeugtechnik, TU Dresden) ihre Sichtweisen auf die Unfall- und Verkehrsforschung der Zukunft.

Ein Großteil der Vortragsfolien kann heruntergeladen werden: Vortrag Andreas Georgi (BOSCH), Vortrag Henrik Liers (VUFO), Vortrag Prof. Dr. Günther Prokop (TU Dresden), Vortrag Marcus Wisch (BASt)

Die begleitende Ausstellung mit Ständen von Bosch, des Verkehrsunfalldienstes der Polizei Dresden, der Sächsischen Energieagentur (SAENA) und der VUFO fand ebenfalls großen Anklang und regten in den Pausen zum lebhaften Austausch an.

Präsentation innovativer Sicherheitssysteme für Motorräder und Pedelecs durch die Robert Bosch GmbH (Quelle: VUFO GmbH)

Die VUFO dankt allen Referenten und Gästen für die Teilnahme an der Veranstaltung. Unser besonderer Dank gilt der Robert Bosch GmbH, dem Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe, dem Autohaus Dresden-Reick und der DIU für Ihre Unterstützung.

Auf die nächsten 20 Jahre GIDAS!

"Familientreffen" der deutschen Verkehrsunfallforschungsinitiativen (Quelle: VUFO GmbH)