REFERENZEN


Referenzen


Hier finden Sie eine Auswahl laufender sowie abgeschlossener Projekte, die wir Ihnen gern vorstellen möchten.

Fahrszenarien beherrschen – mit Sicherheit!

Wie kann das hochautomatisierte Fahren in Zukunft abgesichert werden? Und welche Szenarien müssen Fahrer bzw. hoch- und vollautomatisierte Fahrzeuge beherrschen, damit der Straßenverkehr von morgen weniger Gefahren birgt?

Mit diesen und weiteren Fragen hat sich ein Konsortium aus sächsischen Projektpartnern im Forschungs- und Entwicklungsverbundprojekt SePIA in den letzten drei Jahren befasst. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass es sowohl für die Zulassung als auch für eine Felduntersuchung inklusive der regelmäßigen technischen Überprüfung von Kraftfahrzeugen mit hochautomatisierten Fahrfunktionen noch keine geeigneten und allgemein anerkannten Test- und Prüfkonzepte gibt. Dabei müssen sich Maßnahmen zur Gewährleistung einer entsprechend hohen Leistungsfähigkeit über den Entwicklungszeitraum und insbesondere über den gesamten Lebenszyklus von automatisierten Fahrzeugen erstrecken.

Im Rahmen von SePIA wurde eine komplexe herstellerneutrale Datenplattform mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Verkehrssituationen im Straßenverkehr entworfen und als Funktionsmuster implementiert. Die Datengrundlage bilden Realfahr- und Unfalldaten, sodass sowohl „Normalfahrszenarien“ als auch kritische Szenarien und Unfälle dargestellt werden können. Mit der Szenarien-basierten Plattform wurde der Grundstein gelegt, menschliches Fahrverhalten messbar abzubilden und als Bezugspunkt für das hochautomatisierte Fahren zu nutzen. Darauf aufbauend können Anforderungen an automatisierte Fahrfunktionen abgeleitet werden, die sowohl bei der Zulassung als auch bei der Felduntersuchung inklusive der Hauptuntersuchung von Kraftfahrzeugen Anwendung finden. Mit der öffentlich verfügbaren, prototypischen Plattform hat SePIA dazu beigetragen, hochautomatisiertes Fahren in der Zukunft sicher zu gestalten.

Das Forschungsvorhaben SePIA wurde im Rahmen der sächsischen Landesinitiative „Synchrone Mobilität 2023“ von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung gefördert. Zu dieser Initiative zählt, Kernkompetenzen sächsischer Industrie- und Forschungsunternehmen zu bündeln und innovative Forschungsergebnisse (z. B. zu neuen Fahrzeugkonzepten, Assistenzfunktionen oder IT-Vernetzungen) zu etablieren. Mit SePIA konnte dieses Ziel in die Praxis umgesetzt und gleichzeitig Dresden als Wissenschaftsstandort gestärkt werden.

Projektpartner: Fahrzeugsystemdaten GmbH, TraceTronic GmbH, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, TU Dresden – Lehrstuhl für Computergraphik und Visualisierung, TU Dresden – Lehrstuhl für Kraftfahrzeugtechnik

Projektlaufzeit: Juni 2017 bis November 2020

Das Projekt ist Teil der Landesinitiative „Synchrone Mobilität“ und läuft von Juni 2017 bis November 2020. Die Europäische Union fördert das Projekt mit Mitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE).

Logo EFRE

Erhöhung der Sicherheitsmargen

MeBeSafe ist ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt, das Lösungen entwickeln und testen soll, um Auto- und Fahrradfahrer zu einem sichereren Verhalten in gewöhnlichen Verkehrssituationen mit erhöhtem Risiko zu bewegen. Das Projekt wird auch verschiedene Arten des Coaching vergleichen.

Ziel ist es, die Zahl der „Beinahe-Unfälle“, auch Risikosituationen genannt, zu verringern. Die Erhöhung der Sicherheitsmargen wird dazu führen, dass risikoreiche Situationen vermieden werden – was wiederum zu weniger Unfällen im Allgemeinen führen wird.

Das Verkehrsverhalten ist hauptsächlich gewohnheitsmäßig

Das Navigieren im Verkehr ist für die meisten Menschen eine alltägliche Tätigkeit, und ihr Verhalten wird weitgehend durch automatische
Reaktionen gesteuert. Automatisiertes Verhalten an sich ist nicht gefährlich. Es kann überall auf der Skala von hohen Sicherheitsmargen
bis hin zu sehr riskant sein.

Viele Sicherheitsmaßnahmen im Verkehr erreichen ihr Potenzial nicht, weil sie an bewusste Entscheidungen appellieren. Der gewöhnliche
Verkehrsteilnehmer wird den Verkehr jedoch in erster Linie als Gewohnheitsaufgabe betrachten und sich wenig Gedanken darüber machen.

Durch die Anwendung sogenannter Nudging-Ansätze werden die Verkehrsteilnehmer stattdessen dazu ermutigt, eine sichere Wahl zu treffen, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Alle Optionen, auch die unsicheren, sind noch offen, so dass Nudging weniger aufdringlich ist als völlige Verbote.

MeBeSafe-Ziele

Die Verkehrsunfallstatistik zeigt deutlich eine Reihe von hochgradigen Verursachungsfaktoren, die sich in drei Kategorien zusammenfassen
lassen.

MeBeSafe beabsichtigt, diese Risikofaktoren durch sieben spezifische Ziele anzugehen:

  • mangelnde Aufmerksamkeit reduzieren

  • übermäßige Geschwindigkeit für die aktuellen Umstände verhindern

  • mehr Verkehrsteilnehmer dazu bringen, ihre Aufmerksamkeit auf potenzielle Gefahren zu lenken

  • mehr Verkehrsteilnehmer dazu bringen, in potenziell gefährlichen Situationen eine angemessene Geschwindigkeit zu wählen

  • Verkehrsteilnehmern helfen, in potenziell gefährlichen Situationen einer geeigneten Trajektorie zu folgen

  • Sensibilisierung der Autofahrer für potenzielle Gefahren im Längsverkehr sowie Vergrößerung des Abstands zwischen Fahrzeugen durch verstärkten Einsatz der adaptiven Geschwindigkeitsregelung (ACC)

  • müde/Schläfrige Autofahrer zu einer Pause zu bewegen

MeBeSafe testete und entwickelte 8 sanfte Maßnahmen, um den Verkehr sicherer zu machen, darunter Lichter an den Straßenrändern, neuartige Markierungen auf Radverkehrsflächen, bewegliche Bälle und eine App, die Lkw-Fahrern hilft, sich gegenseitig zu coachen.

Die Nutzung von automatisierten Assistenz- und Fahrfunktionen trägt zunehmend dazu bei, die Verkehrssicherheit im Alltag zu erhöhen, erfordert aber auch eine fahrzeugmodellübergreifende Untersuchung hinsichtlich der Ausführung, des Zustands, der Funktion und der Wirkung über die gesamte Fahrzeuglebensdauer. Wie kann eine effiziente Prüftechnologie entwickelt werden und welche Prüfwerkzeuge kommen dabei zum Einsatz?

Unter Koordination der FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH wird in dem vom BMVI geförderten Projekt „ErVast“ gemeinsam mit weiteren Partnern ein Prüfverfahren für Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen in Fahrzeugen entwickelt, welches bei der regelmäßigen Hauptuntersuchung zum Einsatz kommen soll. Als Grundlage für eine umfassende Prüfung der Funktionen dienen unter anderem existierende Prüfprotokolle sowie ausgewertete Unfallszenarien.

Die VUFO bearbeitet im Rahmen des Projektes die Ableitung von Prüfszenarien auf Basis von realen Unfalldaten. In einem ersten Schritt werden verschiedene Unfallszenarien auf Grundlage der GIDAS-Datenbank aus dem gesamten Verkehrsgeschehen analysiert und gruppiert. Im Rahmen des Projektes liegt der Fokus auf Innerortsunfällen mit PKW-Beteiligung. Für diese Unfälle erfolgen weitere Dynamik -und Umgebungsanalysen, um im Anschluss daran relevante Parameter (z.B. Position, Geschwindigkeit, Beschleunigungen der Beteiligten) für ein Prüfszenario zu identifizieren. Aufbauend auf den relevanten Parametern werden exemplarisch Prüfszenarien in CarMaker sowie OpenDRIVE und OpenSCENARIO überführt. Auf Basis des entstehenden prototypischen Prüfszenarienpools können fahrzeugmodellspezifische Tests mit den jeweils notwendigen Testsetups ausgewählt werden.

Fördermittelgeber:
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Projektträger:
DLR / Bereich Gesellschaft, Innovation, Technologie

Projektkoordinator:
FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH

Projektpartner:
Professur für Fahrzeugmechatronik, Dekra Automobil GmbH, Automobil Test Center, AMFD Auto Mobil Forschung Dresden GmbH, Horiba Europe GmbH, Zigpos GmbH, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme

Projektlaufzeit:
01.01.2020 – 31.12.2021

Mehr Informationen zu ErVast finden Sie auf der Projekt-Website.

LEONARDO ist ein europäisches H2020-Projekt, welches zur Sicherheit, Verwendung sowie Kostensenkung von Elektrokleinstfahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr forscht.

Ziel ist es, ein neues Fahrzeugkonzept im Bereich der Mikromobilität mit verbesserter Energieeffizienz, erhöhter Sicherheit sowie neuen Lösungen zur Systemintegration, wie z.B. mit einem modularen Batteriepaket, zu entwickeln und prototypisch in verschiedenen europäischen Städten zu testen.

Die VUFO ist daran beteiligt, eine Grundlage für sicherheitstechnische und technisch-rechtliche Anforderungen an das in LEONARDO zu entwickelnde Fahrzeugkonzept zu schaffen und Informationen über die Nutzer- und Unfallsituation in verschiedenen Ländern darzustellen.

Darüber hinaus werden die Anforderungen der Fahrzeugnutzerinnen und -nutzer abgeleitet.

Projektstart war im Januar 2021. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre. Weitere Informationen zum LEONARDO-Projekt finden Sie hier.